Die Welt im Würgegriff von Terrorismus und Krebs

In nichts sind sich Menschen so einig wie in der Ablehnung von Gewalt und Krieg, und trotzdem oder gerade deswegen beherrschen beide die Schlagzeilen der Zeitungen und damit auch unsere Gedanken und – wenn wir ehrlich sind – sogar unser Leben. Die modernen Zeiten bieten uns – wie alle ihre Vorgänger – ein Lehrstück nach dem anderen in Sachen unerlöster Aggression.

Obwohl wir des Themas längst überdrüssig sind, beherrscht es weiter unsere Nachrichten und ob wir wollen oder nicht auch unsere Gedanken, die Aggression. Gesunde Aggression wie sie sich in mutigen neuen Gedanken spiegelt, die Grenzen durchbrechen und zu Ent-scheidungen führen, wobei das Schwert im übertragenen Sinn aus der Scheide gezogen wird, sind überfällig. Die Herausforderungen der Zeit konfrontieren, dem Leben die Stirn bieten, sich fordern und fördern lassen, die heißen Eisen anpacken, das Leben in Angriff nehmen, sind Forderungen, die allenthalben zu kurz kommen.

Wir kommen ihnen weder individuell noch als Kollektiv nach, und so ernten wir die verdrängte Aggressionsenergie auf der Körperbühne in Gestalt von Entzündungen und Hyperaktivität. Das wollen wir natürlich auch nicht und so wird weiter unterdrückt mittels x-fach Impfungen und fiebersenkender, entzündungshemmender Pharmaka aus dem großen Arsenal der Antimittel: Antibiotika (gegen Bakterien), Antimykotika (gegen Pilze), Antipyretika (gegen Fieber). Das macht uns auf die Dauer nicht nur abwehrschwach, sondern verdrängt die Aggressionsenergie weiter und schiebt sie in Richtung Autoaggression, also zu Allergien, Rheuma und den klassischen Autoaggressionsbildern wie MS, Lupus, Hashimoto und vor allem auch Krebs.

Auf dieser Ebene schlagen wir dann wieder dagegen los mit Kortison vor allem, aber auch Antihistaminika gegen die Symptome der Allergie und mit Zytostatika gegen Krebszellen. Die Erfolge sind bescheiden, um nicht zu sagen deprimierend. Frühzeitige Unterdrückungen gelingen hin und wieder und vermitteln dann lauthals von der Schulmedizin missinterpretiert die Illusion von Heilung. Wirkliche Heilung kann es so nie geben.

Was manchen noch immer wie eine sehr spirituelle Interpretation gilt, ist inzwischen auch schulmedizinisch gut abzusichern. Eine Langzeitstudie zeigte etwa, dass Kinder, die in den ersten beiden Lebensjahren einmal mit Antibiotika behandelt wurden, ein um mehr als 50 % gestiegenes Risiko davontrugen, später Allergiker zu werden. Was all die anderen Unterdrückungsstrategien und Impfungen auf lange Sicht gesehen auslösen, wurde lieber gar nicht untersucht. Inzwischen wissen aber auch Schulmediziner, dass die Anamnesen von Krebspatienten meist leer sind, das heißt, sie waren oft über (viele) Jahre nicht mehr krank. Über einen Menschen, der gar kein Fieber mehr entwickeln kann, müssen wir uns also wirklich sorgen.

Unsere Chance bestünde darin, dieser Entwicklung in Richtung Eskalation – urprinzipiell vom Mars- zum Plutoprinzip - entgegen zu wirken, die Abwehr aufzubauen auf der Körpereben und die heißen Eisen auf der seelischen und sozialen Ebene in Angriff zu nehmen.

Wenn wir die Entwicklung unserer politischen Probleme betrachten, finden wir eine schreckliche Analogie. Der Terrorismus entspricht dabei bis in Einzelheiten dem Krebs. Wo einzelne Zellen entarten, weiß man heute, dass sie ihr Erbgut verändern und den allgemeingültigen Regeln des Organismus nicht mehr folgen. Genau das ist bei den von islamistischen Fanatikern gebildeten Terrorzellen passiert. Das Schlimme für uns an dieser Situation ist, dass mit Mitteln des Marsprinzips dem des Pluto niemals Herr zu werden ist. Noch nie hat eine noch so gute reguläre Armee Partisanen auf die Dauer besiegt (siehe Israel – Palästina). Es hat deshalb nichts Prophetisches vorauszusagen, dass die USA aus dem Irak genauso hinausgeprügelt werden wie seinerzeit aus Vietnam. Von geordnetem Rückzug konnte schon damals keine Rede sein. Und wir sollten uns – wo immer wir politisch stehen mögen - nicht darüber freuen, denn die bitteren Folgen des blutigen Scheiterns der Haudraufpolitik werden wir alle mit zu tragen haben.

Genau wie Schulmediziner leben auch Politiker immer noch fast ausschließlich in allopathischen Gedankenwelten. Auf dieser Grundlage kann man bestenfalls kurzfristig unterdrücken (für vier Jahre kann es klappen), aber niemals heilen. Und wie wir aus der Medizin wissen, macht das die Allopathie keineswegs überflüssig, nur eben nicht ausreichend. Die Rezepte von Rumsfeld, Bush, Schily und Beckstein sind sicher gut gemeint, aber sie sind die der Schulmedizin und können keine Lösung im Sinne der Heilung des Problems bringen.

Wer sich klar macht, dass fast die Hälfte unserer Bevölkerung im Leben Krebs bekommt, spürt, wie nah das Thema Terrorismus uns längst ist, selbst wenn es äußerlich gerade erst den Süden der EU erreicht haben mag.

Die Lösung wäre hier wie beim eigenen Organismus zu finden. Die Gesellschaften müssten abwehrstärker und stabiler werden. Das Rezept ist einfach und am Beispiel der Schweiz zu illustrieren, wo der letzte Terrorist in Gestalt von Wilhelm Tell, vor langer Zeit auftrat. Breite Bildung, gute Arbeitsbedingungen, Religions- und Pressefreiheit, die zu einer breiten Mittelschicht führen, stabilisieren auf die Dauer jede Gesellschaft. Wo immer aber die Kluft zwischen den Extremen, Armen und Reichen, Analphabeten und Gebildeten, Ohnmächtigen und Mächtigen schrumpft, entsteht Frieden und Stabilität. Wo das Gegenteil passiert, wie durch die gnadenlose Vorantreibung der Globalisierung und die Aushöhlung des Sozialstaates wird langfristig der Boden für Terrorismus bereitet.

Aus: DAHLKE-INFO No. 02/04


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