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Das Klima der Welt und der Wandel

Wer die Naturkatastrophen des letzten Monats betrachtet, müsste eigentlich begreifen, dass sich da etwas in eine Richtung wandelt, die wir nicht länger ignorieren können.

In den USA hat der Hurrican Katrina eine Fläche von der Größe Großbritanniens verwüstet, in Taiwan und China tobt eine mildere Variante, während sich Bayern, Österreich und die Schweiz von schweren Überschwemmungen noch nicht erholt haben, wohingegen Portugal und Spanien unter glühenden Hitzewellen fast verbrennen.

Vielleicht ist das nun der Monat des Erwachens, denn erstmals hat es nicht die schon so ausgiebig gebeutelte sogenannte dritte, sondern auch einmal die erste Welt voll erwischt, die mit ihrer rücksichtslosen Wirtschaftsentwicklung und fehlenden Umweltpolitik letztlich für all das verantwortlich ist. Konnten naive Gemüter wie etwa der deutsche Kanzler Schroeder die vorletzte Hochwasser-Katastrophe vor drei Jahren noch als Jahrtausend-Hochwasser hinstellen und den Menschen wahlkampfentscheidend in Aussicht stellen, dass niemand bleibenden Schaden davon tragen würde, scheinen ihm diesmal die beschwichtigenden Worte im Halse stecken zu bleiben. Die anschließende Jahrhundertdürre ist auch nur ein paar Jahre später schon wieder zurück versengt diesmal die mediterranen Länder. Auch naive Gemüter müssen wohl langsam erkennen, dass diese Worte einfach falsch waren und die sogenannten Jahrhundert-Dürren und Jahrtausend-Hochwasser jetzt alle paar Jahre anstehen.

Vielleicht kommt aber gerade dadurch nun der seit langem überfällige Umdenkprozess in Gang. Selbst sehr wenig umweltbewusste und intelligente Menschen wie US-Präsident Bush müssten an der Katastrophe von New Orleans kapieren können, dass es so nicht weitergehen darf. Wer eine Woche lang allabendlich vor dem Fernseher miterleben musste, wie die nach eigener Einschätzung führende Nation dieser Erde, völlig unfähig war, mit den Folgen des Hurricans im eigenen Land umzugehen, wie sie noch 6 Tage nach der Katastrophe die Leichen ungeborgen und öffentlich in den Straßen ihres geschundenen Südens verwesen, die Überlebenden ohne frisches Wasser, Nahrung und Medikamente darben und letztlich im Stich ließ, der müsste ins Nachdenken und Grübeln kommen. Auf diesem Weg wird allmählich die ganze Welt zur dritt(klassig)en Welt. Wir werden alle verlieren, wenn wir so weitermachen.

Die jetzt von den USA der Welt demonstrierte Unfähigkeit, mit dem Chaos im eigenen Land fertig zu werden, müsste auch die letzten Anhänger dieser Supermacht, mit Misstrauen erfüllen. Wer die Ordnung im eigenen Land nicht wahren kann, wird sie wohl kaum mit Waffengewalt in anderen Teilen der Welt herstellen.

Wo aber liegen Lösungen? Ist es damit getan – auf das von Bush verweigerte Kioto-Protokoll schielend - mit verstohlener Schadenfreude zu reagieren nach dem Motto: „endlich hat es mal die Hauptverursacher selbst erwischt“? Sicher nicht angesichts so vieler Toter und solchen Elends! Die aufkommende Betroffenheit dürfte ruhig bis ins eigene Innere vordringen. Gerade wenn uns etwas stört und ärgert, muss es mit uns selbst zu tun haben. Insofern ist die Missachtung, die wir der Welt angedeihen lassen, nur ein Abbild jener Missachtung, die wir uns selbst antun und die wir nun im Süden der USA miterleben.

Wir müssten alle zusammen, erst einmal unsere eigenen Hausaufgaben machen, und die begännen bei der eigenen Innen- und Umwelt. Wir werden das Außen wohl überhaupt nicht mehr in den Griff bekommen, wenn wir die Innenwelt weiter vernachlässigen. Und wir werden die äußere Welt sicher nicht befrieden und ordnen, wenn wir die eigenen Länder nicht in Ordnung bringen können. Wo Nationen - wie die allermeisten europäischen - einen Wirtschaftskurs verfolgen, der juristisch kriminell ist und Familien oder einzelne längst in den Konkurs gebracht hätte, brauchen wir uns von Entwicklungshilfe keine Besserung der Weltsituation versprechen. Seit wann kann jemand, der es selbst nicht kann, einem anderen, der es auch nicht kann, wirksam unter die Arme greifen?

Wo wir in unseren eigenen Ländern eine Umweltpolitik betreiben wie unser Vorbild, USA, die allen Ernstes das Straßenpflaster in Fußgängerzonen ihrer Skigebiete - etwa in Beavercreek - mit Erdöl heizen, da brauchen wir bei den Katastrophen gar nicht mehr zu lamentieren. Wir haben uns jede einzelne vorsätzlich und geradezu redlich verdient. Eine Bevölkerung wie die US-amerikanische, die sich einen Präsidenten wie Bush zuerst durch Betrug aufs Auge drücken lässt, ist ja noch zu bedauern, wenn sie ihn dann aber freiwillig wieder wählt, ist ihr eigentlich nur noch durch entsprechend schlechte Erfahrungen zu helfen. Diese scheinen nun zu kommen. Während ihre Soldaten im Irak sinnlos für die weltpolitische Ignoranz ihrer Politiker sterben, sind die zuhause gebliebenen offenbar unfähig oder – was noch schlimmer wäre – unwillig, weil durch Bürokratie behindert, im eigenen Land banalste Dinge hinzubekommen, wie zum Beispiel die öffentliche Ordnung zu sichern. Noch fünf Tage nach der Hurrican-Katastrophe beherrschten Plünderer das Bild, blieben die Polizisten aus Angst zu Hause und ließ sich das Militär nicht blicken. Wenn das den inneren Zustand der führenden Weltmacht spiegelt, müssen wir aufwachen und wenigstens ein anderes Vorbild suchen. Vielleicht sollten wir – auf der äußeren Ebene - Politiker daran messen, ob sie willens sind, die drohenden Umweltkatastrophen anzugehen, oder wie Frau Merkel, das bisschen verwirklichte Umweltpolitik auch noch wieder rückgängig machen wollen.

Auf der inneren Ebene sollten wir uns fragen, was wir bereit sind, gegen unsere Innenweltverschmutzung zu tun. Inwieweit spiegeln die steigenden Temperaturen des Treibhauseffektes unsere eigene überdrehte Existenz in unserem hochtourig laufenden Organismus, der ebenfalls an Hochdruck und Überlastung zusammenzubrechen droht? Was für ein Treib- ja Irrenhaus haben wir aus unserem eigenen kleinen Haus, unserer Wohnung gemacht? Herrscht da Ordnung oder ein privates Abbild des großen äußeren Chaos. Überheizen und überfordern wir auch persönlich unseren Organismus? Und in welcher Form?

So beginnt Umweltschutz mit Innenweltschutz. Wächter an den Sinnestoren aufzustellen, statt durch Überreizung weitere Hyperaktivitätskatastrophen in Familien, Kindergärten und Schulen anzuzetteln, müsste des Gebot der Stunde lauten.

Das Klima der Welt könnte uns vieles lehren, wenn wir hinschauen und –fühlen würden. Es ist alles überhitzt auf dieser Welt, sie brennt nicht nur äußerlich auf der iberischen Halbinsel. Mit jedem Grad steigender Temperatur heizen wir die Atmosphäre gewaltig auf, was ihr die Kraft für diese großen Stürme mit ihren Flutwellen verleiht, in deren Nachschwang uns dann der Gegenpol in Gestalt von Wassermaßen heimsucht. Weder mit der männlichen Feuerkraft gehen wir noch bewusst um, noch mit der weiblichen des Wassers. Die Stürme des Luftelementes suchen uns ebenso heim wie die Regungen des Erdelementes. Dass ein inneres Zittern der Erde, die anthropomorph gedacht durchaus Angst um sich und uns haben könnte, gleich ganze Länder und Meere in Aufruhr bringen kann, haben wir jüngst mit der Tsunami-Katastrophe erleben müssen. Wie weit wollen wir es noch treiben, bevor wir umdenken?

Wenn ein Politiker wie Bush in dieser Situation mit dem üblichen Tätscheln von ein paar Kindern und Armen meint, er könne die Probleme in den Griff bekommen, wäre es an uns allen und jedem einzelnen, sich an den Kopf zu greifen und bei den eigenen Nase zu nehmen.

Die Elemente, die jetzt draußen verrückt spielen und die wir alle in uns haben, könnten uns lehren, was zu ändern ist. Mit der Einfühlung des Wasser(elemente)s ließen sich unsere eigenen seelischen Bedürfnisse wieder erspüren. Wir könnten Mitgefühl entwickeln für die Leidenden in unserer direkten Nähe und auf diesem (unter uns) leidenden Planeten. Die Seele braucht Räume, vor allem Zeiträume, in denen sie leben kann. Wir haben sie gnadenlos eingeengt, wie unsere Flüsse und alle anderen Wasserläufe. Und nun treten sie draußen – in den Alpenländern - unkontrollierbar über die Ufer. Das geschieht auch längst schon auf der seelischen Ebene. Immerhin bekommen 1/3 der Bevölkerung bei uns im Laufe ihres Lebens eine Psychose und auch das sind Überschwemmungen durch das Wasser- und Seelenelement. Den Flüssen müssten wir ihr Schwemmland, die Auen zurückgeben, den Seelen Zeiträume für Gefühle. An den wenigen Stellen, wo die Isarauen noch intakt waren, konnte das Hochwasser nicht viel Schaden anrichten – es verlief sich sozusagen im Grünen. So könnten auch die inneren Seelenflüsse wieder Raum bekommen.

Mit dem Feuer(element) der Begeisterung ließe sich Energie auf einer erlösten Ebene in die Atmosphäre geben, etwa wenn wir uns den anstehenden Problemen in einer Stimmung des Mutes und der Herausforderung stellen würden, so wie John F. Kennedy das einmal anstoßen wollte. Wir verfügen über die Energie in Gestalt von Geld, um die Kluft zwischen arm und reich auf dieser Welt zu schließen und so dem Terrorismus den Nährboden zu entziehen. Wir hätten auch die Technologien, die drohenden ökologischen Katastrophen abzuwenden. Gerade in Deutschland waren wir diesbezüglich in den letzten Jahren gar nicht schlecht unterwegs. Aber uns fehlen Politiker, die das einsehen und durchsetzen wollen. Und das hat damit zu tun, dass uns allen noch die not-wendige Einsicht fehlt bezüglich der Bedrohlichkeit der Situation und der Mut und die Kraft einerseits zu verzichten um andererseits zu retten, was noch (immer) zu retten ist - von diesem, unserem wundervollen Heimatplaneten.

Wir könnten statt die Atmosphäre aufzuheizen mit Sturmenergie, Gedankenstürme entfesseln, um die anstehenden und immer bedrohlicher werdenden Probleme zu lösen. Vor wenigen Jahren hab ich in dem Buch Woran krankt die Welt dieses Szenario in aller Deutlichkeit beschrieben. Seitdem haben wir schon wieder drei Jahren verloren mit einer Kopf-in-den-Sand-Politik, die unsere Enkel rückblickend erschauern lassen wird, sofern wir ihnen überhaupt eine Zukunft übriglassen. Unsere zu wenig engagierten Politiker sind bei all dem nur unser Spiegel. In diesen zu schauen ist zugegebener Weise im Augenblick entsetzlich, aber doch sehr heilsam, weil wir uns dort selbst erkennen müssen.

Mit Erich Fried lässt sich abschließend sagen, „Wer will, dass die Welt so bleibt wie sie ist, will nicht, dass sie bleibt.“ Wer aber dem Wandel Rechnung tragen will, muss den Mut aufbringen, bei sich damit zu beginnen.

Aus: DAHLKE-INFO No. 04/05

 

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