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Aggression als Chance– in kriegerischen Zeiten?

In nichts sind sich Menschen so einig wie in der Ablehnung von Gewalt und Krieg, und trotzdem oder gerade deswegen beherrschen beide die Schlagzeilen der Zeitungen und damit auch unsere Gedanken und – wenn wir ehrlich sind – sogar unser Leben. Die modernen Zeiten bieten uns – wie alle ihre Vorgänger – ein Lehrstück nach dem anderen in Sachen unerlöster Aggression. Hatten wir geglaubt, Gewalt sei - wenigstens unter zivilisierten Menschen als Mittel zur Durchsetzung von Eigeninteressen ein für alle Mal geächtet – macht der amtierende US-Präsident sie nun wieder salonfähig. Wenn sich die stärkste Militärmacht der Welt – wie gerade geschehen - mit nackter Gewalt holt, was sie für ihr Recht hält, und was alle Welt als durchsichtiges Eigeninteresse erkennt, ist das einerseits hässlich, aber andererseits auch wieder sehr ehrlich. Angesichts der eindeutigen Machtverhältnisse verstummen die Kritiker allmählich und versuchen – durch Anpassung und Wohlverhalten gegenüber dem übermächtigen Potentaten - lieber auch noch etwas von der Beute zu ergattern.

Die Szenarien sind in der Regel recht ähnlich. Die Gewaltverfechter suchen sich im allgemeinen ein edel klingendes Motiv, um damit ihre eigene Gewaltanwendung zu rechtfertigen. Wobei sie kaum je selbst konkrete Gewalt anwenden, dazu nutzen sie in aller Regel willfährige von ihnen abhängige Helfer, die sie entsprechend vorbereitet haben, um sie für ihre Interessen in den Kampf zu schicken.

Die Nazis behaupteten zum Beispiel, polnische Soldaten hätten den deutschen Sender Gleiwitz überfallen, um die Wehrmacht – mit gutem Grund - in Polen einfallen zu lassen. Tatsächlich hatten deutsche Soldaten in polnischen Uniformen die eigenen Kameraden angegriffen, um einen Vorwand für den späteren Angriff zu schaffen.


Seitdem hat sich wenig geändert. Für den ersten Golfkrieg schuf man in ganz ähnlicher Weise einen Vorwand. Man fälschte Fernsehbilder, die irakische Soldaten zeigten, wie sie eine kuwaitische Säuglingsstation überfielen und die Neugeborenen aus den Inkubatoren rissen und auf den Boden warfen. Das brachte die amerikanische Volksseele zum Kochen und Präsident Bush sen. einen guten Grund einzugreifen. Peinlich nur, dass sich die interviewte Augenzeugin später als Tochter des kuwaitischen Botschafters in den USA entpuppte und der ganze Schwindel aufflog. Aber da war der Krieg schon vorbei und wer fragte noch nach dem ursprünglichen Anlass.

Zum lange geplanten Auftakt des 2. Golfkrieges behaupten die führenden US-Politiker wegen der Gefahr durch irakische Massenvernichtungsmittel und für die Durchsetzung von Menschenrechten und Demokratie in den Irak einzumarschieren. Die UNO-Waffen-Inspektoren hatten zwar in monatelanger intensiver Suche die verdächtigten Waffen nicht gefunden, aber man überfiel und besetzte den Irak trotzdem - gegen den erklärten Willen der Staatengemeinschaft. Es musste ein Vorwand her und dieser war immer noch ein wenig besser als gar keiner. Er konnte zwar vor der Welt nicht bestehen, aber für die eigene kleine US-Welt genügte er allemal.

Zwischen den Zeilen kam im laufenden Krieg dann immer wieder ans Licht, worum es wirklich ging. Nachdem das US-Militär tagelang den Mob in Bagdad marodieren ließ und sogar zusah, wie die meisten Krankenhäuser geplündert wurden, war unübersehbar, dass das Erdölministerium vom 1. Moment und Tag an streng bewacht wurde. Ein Schelm wer böses dabei dächte! Bis auf die Erdölindustrie und ihre Verwaltung wurde das ganze Land einschließlich seines kulturellen Welterbe tagelang den Plünderern überlassen. Naiv die Entschuldigungen: Man habe noch nicht genug Soldaten in der Stadt gehabt. Für die ganz vorrangigen Dinge waren es aber doch genug!

Jedem, der hören, sehen und lesen konnte, musste spätestens jetzt klar sein, worum dieser Krieg geführt wurde. Es ging den USA von Anfang an darum, die zweitgrößten Erdölreserven der Welt unter ihre Kontrolle zu bringen. Die Nachkriegsnachrichten ließen auch nicht den geringsten Zweifel daran, dass sie sich durch niemanden um die Früchte ihres Krieges bringen lassen würden. An der humanitären Hilfe und den Kosten des Wiederaufbaus will man zwar gern die Staatengemeinschaft mit ihrer an sich lästigen UNO beteiligen, aber die Beute gehört den Siegern. Nicht einmal die Briten, die so brav mitmachten, dürfen da mitmischen. Machtpolitik der texanischen Art wird wohl auch in London noch nicht so ganz begriffen. In Downingstreet ist man eher die dezente und feinere Art gewöhnt, die die direkten Interessen eher verschleiert.

So hatten naive Briten in ihrem Bereich um Basra schon ein paar irakische Hafenarbeiter zum Wideraufbau angeheuert, mussten aber gleich staunend miterleben, wie diese postwendend wieder hinausflogen, weil US-Firmen den Wiederaufbau in die eigene Hand nehmen wollten, was längst und schon vor Kriegsausbruch beschlossene Sache und bereits mit Verträgen besiegelt war. Bezahlt werden die US-Firmen dafür mit dem Geld beziehungsweise Öl des Irak. Deshalb soll jetzt flugs das Handelsembargo gegen den Irak aufgehoben werden, damit der Ölstrom wieder sprudeln kann. Eigentlich war das Embargo mit den Massenvernichtungswaffen verknüpft und die naiven Russen beharren auch auf diesem Junktim. Die Massenvernichtungsmittel werden nun geradezu zum Bumerang, zumal sie im Irak nicht zu finden sind. Man wird sie noch extra einführen müssen für die oberkritischen Europäer. Was für ein Aufwand für ein paar Gestrige, die die neuen Spielregeln – made in Texas – einfach nicht begreifen wollen!

Auch die Russen haben die Maximen der US-Machtpolitik wohl noch nicht ganz kapiert, ging doch die alte UdSSR bei ihren Überfällen – etwa auf Afghanistan - vergleichsweise hausbacken zu Werke. Anders die USA. Sie überfallen ein Land, um eigene (Öl-)Interessen durchzusetzen und lassen sich das Abenteuer von anderen bezahlen. Im ersten Golfkrieg waren es die naiven Deutschen und Japaner, die die Kriegskosten trugen. Man konnte sich auf deren schlechtes Gewissen verlassen, weil sie selbst militärisch – auf Grund ihrer Verfassungen - nicht mitmischen durften. Heute ist man schon weiter und frecher und lässt die Opfer selbst zahlen – netter weise nimmt man mangels Dollars auch Naturalien wie Öl von dem Irakern.

Wenn der Aufbau von der US-Wirtschaft betrieben wird, ist das das denkbar wirksamste fremdfinanzierte Konjunkturprogramm für diese. Kaum hat man entscheidende Punkte des Iraks mit sündteuren Superbomben zerstört, kann man den punktgenau ruinierten Irak nun mit eigenen Firmen wieder aufbauen, die sündteuren Hightech-Bomben obendrein ersetzen und sie anschließend noch all jenen verkaufen, die an der werbewirksam dargebotenen Inszenierung US-amerikanischer Kriegskunst und Waffentechnik zur sogenannten primetime Gefallen gefunden haben. Wo früher der Rubel rollte, ist es in jüngster Zeit nur noch der Dollar. Wer dahinter kein System erkennt, muss schon absichtlich wegschauen.

Die geringen Störfeuer lassen sich – entsprechende Übermacht vorausgesetzt – relativ leicht beherrschen. Selbst wenn die Politquerulanten in Paris, Moskau und Berlin weiter auf ihrem Lieblingsthema UNO-Kontrollen und Massenvernichtungswaffen bestehen sollten, wird man ihnen eben noch welche liefern. Man muss nun sowieso soviel aus den USA in den Irak liefern, da kommt es auf ein paar Altbestände aus dem eigenen ABC-Waffenarsenal wohl wirklich nicht an. Angesichts der Tatsache, dass der ganze modernere Waffenplunder im Irak aus den USA stammt, der ältere noch aus der UdSSR, dürfte das auch nicht weiter auffallen. Das ist nur eine Frage des Lieferdatums und Papier ist ja geduldig.

Dass da neutrale Waffenkontrolleure der UNO nur stören könnten, ließ man sogleich durchblicken, es sollten schon eigene verlässliche Leute sein. Man ist sich seiner kriegstechnischen Überlegenheit so gewiss, dass man sich weder militärisch noch verbal zurückhält. Immerhin hat man damit schon erreicht, dass über die Hälfte der – an sich traditionell USA-freundlichen - Deutschen der jetzigen US-Politik solchen Schwindel zutrauen.

Auch bei der Demokratisierung des Irak kommt man gut voran. Die eigenen Lieblingsstatthalter und Vasallen hat man gleich nach den Truppen eingeflogen. Jetzt dürfen die Iraker noch ein bisschen herum debattieren und palavern, wen von ihnen sie wann inthronisieren wollen. Bei all dem ist und war das Ziel immer klar: Die Ölquellen sollen wieder sprudeln und Ihren finanziellen Segen in die richtigen Taschen spenden.

Das sind wohl genau die jener, die seinerzeit in den USA dafür gesorgt hatten, dass der siegreiche Kriegsherr als ihr Interessenvertreter und Präsident auf den Schild gehoben wurde. Auch damals hatte man sich von kleinen Unpässlichkeiten wie zu vielen falsch ausgefüllten Wahlzetteln nicht weiter abhalten lassen. Wer soviel Unbill auf sich nahm, will irgendwann entschädigt werden, und diese Zeit ist nun wohl gekommen. Das aktuelle Demokratie-Thema im Irak dürfte bei der Bush-Wahl sein Vorspiel gehabt haben. Im Anfang liegt ja bekanntlich alles.

Bush ist - vornehm ausgedrückt – nicht mit Hilfe der Wählermehrheit – sondern mit einem juristischen Trick an die Macht gekommen. Jemand, der selbst nicht auf eine demokratische Legitimation verweisen kann, ist natürlich ein eigenartiger Überbringer von Demokratie. Wenn er versucht, ihr – wie gerade geschehen - mit Feuer und Schwert zum Durchbruch zu verhelfen, wirkt er wie der Missionar, der seinen Schäfchen den neuen Glauben mit Gewalt einprügelt, weil er – insgeheim – selbst nicht an die Botschaft seiner Mission glaubt – und sich selbst und der Welt etwas beweisen muss. Bush und Konsorten hatten seinerzeit die legitime Auszählung der Stimmen gegen Ende des Wahlskandals verhindert, um die Macht zu erobern. Wer aber schon im eigenen Land so skrupellos agiert, wird fern der Heimat kaum mehr Fingerspitzengefühl entwickeln.

Was so zynisch klingt, ist – ohne alle Verschwörungstheorien – mit soliden Fakten zu belegen. Das verdanken wir einer noch immer freien Presse, auch wenn die US-amerikanische - von den Machthabern gezähmt und gefügig gemacht – inzwischen mehr verschleiert als enthüllt. Aber selbst die US-Presse hat noch verkündet, das wahre Wahlergebnis der letzten US-Präsidentenwahlen nicht veröffentlichen zu wollen, da es nicht in die Weltsituation passe. Inzwischen hatte man nämlich gezählt und war offenbar auch zu einem peinlichen Ergebnis gekommen, sonst hätte das Ergebnis wohl zur Situation gepasst. Einem Präsidenten im Krieg gegen den Weltterrorismus aber kann man nicht in den Rücken fallen. Von daher brauchte dieser – von seinem Wahlgegner wohl zu recht als Thronräuber bezeichnete - Präsident geradezu Kriege, um am Ruder zu bleiben.

Was die US-Presse und ihr neues Selbstverständnis angeht, sind bereits Ergebnisse zu spüren: laut Umfrage denken 42 % der US-Amerikaner, hinter den Attentaten des 11. Septembers stecke Saddam Hussein und 55 % glauben sogar, er arbeite eng mit den Fundamentalisten von Al Kaida zusammen. Ein solcher Grad an Volksverdummung wird sonst eigentlich nur in totalitären Staaten erreicht und lässt sich dort nur mittels gleichgeschalteter Presse erreichen. Für uns im alten Europa und besonders in Deutschland, wo uns die USA jahrzehntelang unhinterfragtes Vorbild waren, sollten wir derlei wissen, bevor wir uns auch in dieser Hinsicht dem Prozess kollektiver Verblödung durch Nachahmung hingeben.

Was das Thema Aggression betrifft, wird alles noch um einiges komplizierter. Über die Entgleisung dieses Urprinzips auf so niedrige und brutale Ebenen wie Krieg und Gewalt zu schimpfen ist leicht, wichtiger aber wäre noch, die Mechanismen zu durchschauen, nach denen genau das immer wieder geschieht. Aggression ist eines von verschiedenen Prinzipien, die offensichtlich unsere Welt und – wenn wir ehrlich sind – auch unser Leben beherrschen, ob uns das nun gefällt oder nicht. Wie alle Urprinzipien ist es weder gut noch schlecht, sondern es hat seine beiden Seiten. Es gibt natürlich gar keine schlechten Urprinzipien, sie sind alle durch die Bank lebensnotwendig. Das Aggressionsprinzip steht so auch für Energie und Kraft, wie auch für Mut generell und besonders den zum Neuanfang. Alle Geburten und Durchbrüche in Neuland sind darauf angewiesen. So sind natürlich auch die Kräfte des Frühlings vom Aggressionsprinzip geprägt. Steigende Säfte, ausschlagende Bäume, Keime, die die Erdkruste durchbohren und Knospen, die ihre Hüllen sprengen, und der schießende Salat sprechen für sich und ihre aggressiven Tendenzen, die so notwendig sind, um die Natur zu einem neuerlichen Erwachen zu bringen.

In fast allen Sportarten ergibt sich ebenfalls die Notwendigkeit von Aggressionsenergie, wie auch in vielen Berufen vom Zahnarzt und Chirurgen bis zum Journalisten. In jeder furchtbaren Auseinandersetzung spielt sie ebenso ihre Rolle wie bei jeder fruchtbaren, ohne sie wäre Streitkultur undenkbar.

Wer aber all diese erlösten Ausdrucksformen behindert, so dass sie insgesamt zu kurz kommen, wird sich weniger erlöste und damit auch weniger angenehme Ausdrucksformen einhandeln. Wer etwa die mutige Auseinandersetzung über Gedanken und Muskeln verweigert, weil er Streitkultur nicht schätzt und Sport nicht mag, muss damit rechnen, dass das Aggressionsprinzip deshalb nicht etwa aus seinem Leben verschwindet. Im Gegenteil, es wird – solcherart behindert – eher zur Eskalation in einerseits Gewalt gesellschaftlicher Art und andererseits in Krankheitsbilder wie Infektionen und Schmerzzustände tendieren. Das aber sind nur zwei Varianten einer sehr breiten Palette von Möglichkeiten.

Wer fortfährt auch diese – bereits wenig angenehmen Ausdrucksformen des Aggressionsprinzips – zu unterdrücken, mittels Antibiotika und Fiebermitteln in der Medizin oder durch staatliche Eingriffe in der Gesellschaft, riskiert die weitere Eskalation des Themas. Der Organismus könnte mit autoaggressiven Krankheitsbildern wie Allergien, aber auch Autoaggressionskrankheiten wie Rheuma und MS, aber auch mit Krebs und Depressionen reagieren.

Im sozialen Feld wird aus unterdrückter konkreter Gewalt häufig versteckte wie im Terrorismus und auf die Spitze getrieben bei dessen extremster Form des Selbstmordterrorismus.

Auf der Gesellschaftsebene wie auch in der Medizin sind die Auswege in solch fortgeschrittenen Eskalationsstadien schwierig. Es würde soviel viel leichter fallen Krebs zu verhindern, als ihn zu besiegen, wenn er bereits ausgebrochen und fortgeschritten ist. Wo das bereits geschehen ist, helfen nur noch radikale Wandlungsschritte zu sich selbst, wie sie in „Aggression als Chance“ beschrieben sind.

Die Frage drängt sich auf, wie kann es zu solch selbst zerstörerischer Eskalation kommen? Wieso erlauben intelligente Menschen 21. Jahrhunderts, dass es immer wieder so weit kommt, dass ein Bush jederzeit die Welt in Brand stecken kann?

Um dieses Geheimnis zu lüften, ist es hilfreich, die Perspektive zu vergrößern und die ganze Welt ins Visier zu nehmen. Wenn wir anschließend den Maßstab der Betrachtung wieder verkleinern, ohne die Welt aus dem Auge zu verlieren, kann uns dieser Trick einiges enthüllen. Plötzlich stehen wir vor jenem Welt-Dorf, das ich in „Woran krankt die Welt?“ beschrieben habe. Wenn wir die Menschheit nämlich anteilmäßig auf 100 Menschen reduzieren, finden wir im verbleibenden planetaren Dorf noch 21 Europäer, 14 Amerikaner, 8 Afrikaner und 57 Asiaten. Insgesamt 30 wären weiß, 11 homosexuell und 52 weiblichen Geschlechts, 33 wären Analphabeten, 50 hätten kein verlässliches Dach über dem Kopf und nicht genug zu essen. Nur ein Akademiker wäre dabei und auch nur einer besäße einen PC. Und 6 verfügten über 2/3 des gesamten Reichtums des Dorfes. Alle 6 hätten weiße Hautfarbe, männliches Geschlecht und einen US-Pass.

Bei dieser Dysbalance lässt sich erkennen, wie wenig die große Mehrheit der unterernährten und ungebildeten Hungerleider mit friedlichen Mitteln erreichen kann. Die Superreichen hätten die Möglichkeit, ein wenig zu teilen, um sich immer wieder ein bisschen Frieden von der Mehrheit zu erkaufen. Oder aber sie könnten versuchen, einen Teil der Habenichtse auf ihre Seite zu ziehen und zu bestechen, um die Interessen der 6 Superreichen gegen ihre eigenen Leute zu verteidigen. Letzteres geschieht mittlererweile auf der Erde. Nach dem 11. September sagte Bush ausdrücklich, „wir werden unseren Lebensstil nicht ändern!“ Meint er damit das Recht der Leute aus dem Skiort Beavercreek, ihre Fussgängerzone weiterhin mit Öl zu heizen, auch wenn man selbst nicht mehr genug davon haben sollte?

Die wirklich Mächtigen in den USA haben die weltbeste Armee in ihrer Macht, die ihre Interessen weltweit und auf Teufel komm raus „verteidigt“. Dass sich in dieser Armee viele kleine Leute als Kanonenfutter gegen ihre eigenen Interessen verheizen lassen, kann man bei den Interviews mit GIs erkennen.

Auf dieser Stufe stehen bleibend und auf die superreichen Interessenvertreter in den USA zu projizieren, wie es vielfach geschieht, hieße das Problem nur im Außen zu betrachten und einmal mehr auf die uralte Projektionsschiene hereinzufallen. Wenn man sich das beschriebene äußerst zynische Weltszenario betrachtet, liegt es nahe den eigenen Zorn auf die entsprechenden US-Politiker abzuladen. Gerade darin aber liegt – bei allem Verständnis - eine Falle.

Wir können uns nämlich nur über etwas erregen, das mit uns zu tun hat und etwas Eigenes spiegelt. Haben wir selbst mit einem Thema gar nichts zu tun, wird es uns nicht berühren und schon gar nicht erregen. Die spirituelle Philosophie lehrt denjenigen, der sich erregen lässt, dass er selbst irgendwo irgendwie mit der Thematik zu tun haben muss. Und tatsächlich gehen wir mit uns selbst oder jedenfalls mit Teilen von uns ähnlich um wie jetzt die Machtpolitiker der USA mit der Welt.

Vom spirituellen Standpunkt aus könnten wir die Perspektive nochmals ändern und uns fragen, was uns das alles angeht, die wir jetzt gerade auf dieser Welt leben. Und dann könnten wir uns gleich noch einen Schritt weiter wagen und das planetare Dorf mit seinen 100 Einwohnern in uns finden, getreu dem Paracelsus-Satz Mikrokosmos = Makrokosmos. Wenn der Mensch in Analogie zu seiner Welt steht, ist dieses Dorf in jedem von uns. Jetzt wird diese Betrachtung viel spannender und verliert erstmals auch alles Theoretische. Zugleich zeigt diese Perspektive den Ausweg aus der Projektion.

Wer die Vielfalt des planetaren Dorfes in sich sucht, wird sogleich auf allen Ebenen fündig. So stehen die 52 % Frauen auf der Welt für das Überwiegen des weiblichen Prinzips in unserem Organismus, der vor allem aus den weiblichen Elementen Wasser und Erde besteht. Auch unser Erbgut ist überwiegend (zu 75 % ) weiblich, weil jede Frau über zwei weibliche X-Chromosomen verfügt, während noch jeder Mann neben seinem männlichen Y ein weibliches X-Chromosom hat. Auch ist unser Herz nicht ganz in der Mitte, sondern leicht zur archetypisch weiblichen linken Seite verschoben, wie auch der ph-Wert des Blutes nicht genau zwischen den Polen bei 7,0, sondern ein wenig in die basische archetypisch weibliche Seite verschoben ist.

Auch ein homosexueller Anteil ist in jederman zu finden, wie wir spätestens seit Freud wissen könnten. Bei genauerem Hinsehen entdecken wir auch die unterernährte Hälfte von uns, die den 50 % Hungernden der Erde entspricht. Wir brauchen nur an all die weiblichen Aspekte des Lebens zu denken, wie etwa die Welt der Gefühle und Bilder, die in unseren schulischen Ausbildungen keinen Raum einnehmen und folglich auch in unserem Leben zu kurz kommen, weil sie nicht weiter genährt werden. Die Ausbildungsprogramme – ziemlich egal an welcher Schule oder Universität – zielen fast ausschließlich auf unser linkes archetypisch männliches Gehirn mit seiner Ratio. Der übrige Reichtum an Phantasien und Träumen, an Visionen und Seelenbildern findet so nie den angemessenen Stellenwert im Leben. Im planetaren Dorf verdeutlichen das auch jene 50 Menschen, die kein menschengerechtes Zuhause haben. Große Teile unseres Wesens können sich so nicht artikulieren. Die Sprache der Seele und Ihre Bilder werden in unseren Schulen nicht gelehrt, sodaß gar keine echte Bildung entstehen kann. Das aber, was jedem Kind in die Wiege gelegt wird, verliert sich so noch mangels Bewässerung. Diesem Aspekt entsprechen die 33 Analphabeten des Dorfes.

Auch die 6 (Einfluss-)Reichen sind natürlich ebenfalls in uns zu finden. Sie sitzen alle in der archetypisch männlichen Region unseres (linken) Gehirns und haben sich hinter Wällen aus (guten) Argumenten und Rationalisierungen verbarrikadiert. In unserer realen Welt müssen sie sich ebenfalls zunehmend hinter Schutzwällen und Sicherheitsvorkehrungen verkriechen. In beiden Fällen fristen sie eigentlich ein erbärmliches Leben im Ghetto und harren ihrer Befeiung – auch wenn sie das selbst weder wissen noch wollen. So verhindern die rationalen und logischen Argumente der linken Gehirnhälfte, dass die rechte archetypisch weibliche zu ihrem Recht kommt. Die männliche hat alles und müsste einiges hergeben, und wer will das schon? Mit ihrem Ausschließlichkeitsanspruch verhindert sie auch gleich, dass Herz, Bauch und Becken zu ihren Rechten kommen. Auf dem derzeitigen Stand hat das archetypisch männliche Gehirn alles unter Kontrolle und in seiner Macht und schaltet und waltet – ähnlich wie die 6 Reichen beziehungsweise ihr Land, die USA, in dieser Welt. Die Frage ist, wie lang will die Welt das noch aushalten? Wie lange wollen wir noch mit ansehen, wie ein so kleiner Teil der Weltbevölkerung sich den größten Teil der Ressourcen unter den Nagel reißt und ziemlich sinnlos verprasst für einen Lebensstil, der zunehmend mehr Menschen in anderen Teilen der Welt um ihre Lebenschancen bringt. Wie lange wollen wir noch mit ansehen, wie dieser kleine, immer mehr zum Schmarotzer an diesem Planeten werdende Teil diese Welt in einem Ausmaß mit seinen Abgasen und Abfällen belastet, die diese auf die Dauer nicht ertragen kann. Diese kleine gefährliche Minderheit hat die Macht und die Frechheit gleichermaßen, ganz offen die Solidarität mit der Welt aufzukündigen – siehe Kiotoabkommen – und auf Kosten des großen Restes ihrem Egoismus zu frönen. Auf die Dauer werden wir da nicht zuschauen können, denn wir und unsere Erde können das nicht überleben. Hier zeichnet sich ein ganz anderer Terrorismus ab, der gepart mit der Arroganz der Macht vor nichts halt zu machen scheint.

Und die andere Frage drängt sich ebenso auf, wie lang wollen wir noch ertragen, dass ein so kleiner Teil unserer Persönlichkeit alle anderen Teile unterjocht, ausbeutet, entrechtet und schikaniert? Können wir es uns auf die Dauer überhaupt leisten, dass das insgesamt gesehen kleine linke Gehirn allen Lebensgenuss behindert und uns mit immer neuen Leistungsvorgaben drangsaliert und zu Zielen zwingt, die schon längst nicht mehr im Interesse der Gesamtpersönlichkeit liegen? Macht es wirklich Sinn für uns, dass der kühle Kopf beziehungsweise dessen linker Hirnteil das heiße Herz bald nach der Jugendzeit in seinen Würgegriff nimmt und nicht mehr freigibt?

Kann es gut sein, dass wir unser gesamtes Bauchgefühl aufgegeben haben zugunsten eines linken Hirns, das bis zur Bewusstlosigkeit kein anderes Ziel verfolgt als die eigene Tasche zu füllen mit Dingen, die wir nicht brauchen und die uns nicht glücklich machen oder das Bruttosozialprodukt zu erhöhen auf Kosten unserer Lebensqualität und der kommender Generationen?

Können wir es uns wirklich leisten unser Becken derart zu vernachlässigen, dass es zu einer toten Basis eines unsinnlichen und damit weitgehend sinnlosen Lebens verkommt, das mehr einem Gelebe gleicht? Ist es wirklich notwendig, dass man Mitleid bekommt, wenn man einen Menschen der sogenannten 1. Welt beim Gehen zuschaut?

Wollen wir es uns wirklich leisten, unseren Kindern – nur wegen dem beispiellosen Egoismus unseres linken Hirns – die Eltern vorzuenthalten und ihnen eine nachhaltig ruinierte Erde zu hinterlassen?

Die Zustände in der Welt können wir nur immer wieder bewusst machen und sie anprangern, und aus meiner Sicht müssen wir das auch tun, wenn wir nicht noch weiter unter die Räder geraten wollen. Die Zustände im eigenen Haus könnten wir aber jederzeit angehen und ändern. Genau dazu wollen Bücher wie „Woran krankt die Welt?“ und „Aggression als Chance“ u.a. ermutigen und Wege weisen. Es ist spät, aber vielleicht noch nicht zu spät.

Unser eigenes Leben ist ausgehend von kleinen Veränderungen völlig umzukrempeln – das haben mich Erfahrungen mit der vierwöchigen intensiven Psychotherapie und mit dem bewusstem Fasten gelehrt.

Bezüglich der Welt sagt ein afrikanisches Sprichwort:
Wenn an vielen kleinen Orten,
viele kleine Menschen
viele kleine Dinge tun,
wird sich das Angesicht der Erde wandeln.


Aus: DAHLKE-INFO No. 01/03


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